Der Weg ist das Ziel

Aquajogging bei Prof. Innenmoser

 von Katrin Hart

Zweimal wöchentlich treffen sich die Teilnehmer der Übungsgruppe und werden sogleich mit diesem Appell ins Wasser geschickt. Da bei Prof. Innenmoser immer Freude und volle Konzentration auf die Trainingsstunde im Einklang stehen, freut sich jeder darauf. Wenn man die leise Energie eines Mannes am Beckenrand spürt, der es mit jedem ernst meint, schwingt man sich selbst zur Leistung auf. Sabine Friedrich (65) sagt: “Prof. Innenmoser trainiert trotz der großen Gruppe sehr individuell und, egal ob Behinderten-Gruppe oder Flitzer, er korrigiert Haltung und Einsatz . Wir kommen ordentlich in Schwung!“ Da er sich intensiv mit der Krankengeschichte und der Person beschäftigt, wird die Belastung genau beobachtet, zurückgenommen oder gesteigert. Man hat zu sich selbst Vertrauen und verlangt sich etwas ab, was man alleine wohl nicht tun würde. Jeder, ja jeder!, ist belastbarer und besser im Training, und so auch im Alltag, geworden.

Singen, scherzen, lachen, auch manchmal laut reden oder zählen, schaffen nicht nur eine launige Atmosphäre, das spricht auch den Geist und die Koordinationsfähigkeit an. Der Spaß darf nicht zu kurz kommen, verbissener Druck im Gesicht wird sofort korrigiert . Wenn man nicht dabei war , hat man nicht nur eine wichtige Sportstunde verpasst , man konnte sich auch mental nicht regenerieren. Und da der Mann aus Köln kommt, geht`s zur Faschingszeit nur im „Kostüm“ ins Wasser.

Für Jürgen Innenmoser gehören die Kombination von Lehre im Uni–Betrieb , praktische Umsetzung mit Studenten und die freie bzw. vereinsorganisierte Trainingsarbeit schon immer zusammen. Auch in Köln waren das Kennzeichen seines Berufsweges und Engagements. Durch seine Initiative kam es auch in Leipzig 2002 zur Gründung des Vereins Rehasport Leipzig e.V.. Eva Hörenz (68) meint dazu: „Auch wenn die beruflichen Verpflichtungen des Professors zu Ende gehen, so bedeuten ihm doch die hinter den Strukturen des Vereins stehenden Menschen und Aufgaben sicherlich noch länger ein reiches Betätigungsfeld, das er mit gewohnter Einsatzfreude bestellen wird.“

Durch die stete Mundpropaganda wuchs die Zahl der Teilnehmer so stark an, dass eine zweite Trainingsgruppe eingerichtet wurde. In der vom Professor geleiteten Gruppe wird nicht nur „das aktuelle Befinden sensibel erfragt, sondern auch Übungen, die für den Einzelnen besser geeignet sind, ausgetauscht“ - bemerkt Sonja Komscheff (75). Zu diesem Zweck werden auch vor und nach jeder Stunde Fragebögen ausgefüllt, was beispielhaft für den Zusammenhang von Lehre und Forschung steht.

Die Fakten sprechen für sich: Übersicht zur Leitung des Vereins, Kompetenz in der Vorstandsarbeit und Zusammenarbeit mit den Sportlehrern, der Weitblick und die Übersicht für die Notwendigkeit neuer Übungsgruppen, der Kontakt zu jedem einzelnen – das ist ein Ausnahmehochschullehrer. Ehrlich gesagt: er könnte doch ruhiger leben, wissenschaftlich arbeiten, was sammeln und gut. Aber nein, das will er nicht. Bei ihm gehört alles zusammen: Training und Kommunikation, Essen und Reden, Sommerfest und Auswertung der Unterwasserkamera mit allen. Wir können und wollen noch lange nicht auf ihn verzichten.

Happy Birthday zum 65., lieber Prof. Innenmoser, und DANKE für Engagement und Fürsorge.